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Tim Keding

Nur ein weiteres privates Blog zum Thema Online-Marketing, Grün­der­sze­ne und digitales Leben

Seit Jah­ren be­schäf­ti­ge ich mich lei­den­schaft­lich mit dem E-Business und bin im­mer wie­der aufs neue von den un­end­li­chen Mög­lich­kei­ten des di­gi­ta­len Zeit­al­ters fas­zi­niert. Ich be­rich­te zu The­men mei­nes täg­li­chen Le­bens als di­gi­tal Na­tive, bün­del hier ei­ni­ge mei­ner In­ter­net-Pro­fi­le und in­for­mie­re über mei­ne ak­tu­el­len Pro­jek­te.

 

Archiv für die Kategorie „StartUp Interviews“

Herrenschmiede.de – der Anzug nach Maß im StartUp Interview

Donnerstag, 25. Juni 2009

StartUp InterviewIhr habt gerade ein E-Commerce Projekt gestartet. Mass Customization ist das Stichwort. Was genau macht die Herrenschmiede?

Tim S.: Wir wenden uns an Leute, denen Maßbekleidung bisher zu teuer war und bieten ihnen eine günstige und hochwertige Alternative zur Konfektionsware. Zurzeit konzentrieren wir uns dabei auf Anzüge und Hemden nach Maß, wollen aber in Zukunft unser Produktportfolio erweitern. Unsere Preise richten sich nur nach dem Stoff, alle Elemente der Produkte können ohne Aufpreis ausgewählt werden. So können wir unseren Kunden volle Individualität bei der Produktwahl garantieren.

Wie seid ihr auf die Idee für dieses Projekt gekommen?
Peter: Ich hatte mir bereits vor ein paar Jahren bei einem ‚fliegenden Schneider‘ Maßanzüge schneidern lassen und war begeistert von dem guten Preis-Leistungsverhältnis. Im Herbst letzten Jahres, kam mir dann die Idee, ein Startup in diesem Bereich zu gründen um die Vorteile von günstiger Maßbekleidung einer breiteren Kundschaft verfügbar zu machen. Das erste Telefongespräch mit Tim hatte ich im Oktober und bereits Anfang November saßen wir in unserer WG und haben das erste Konzept ausgearbeitet.

Wie viel Zeit habt ihr letztlich vom Start bis zum Launch in der Garage verbracht?
Peter: Nachdem im November auch noch Katharina zu unserem Team stieß, haben wir die Firma im Dezember gegründet und konnten schließlich Mitte Mai 2009 erfolgreich launchen. Insgesamt haben wir also an die fünf Monate gebraucht, um alles vorzubereiten.

Gibt es für euer Geschäftsmodell Vorbilder in anderen Ländern?
Tim S.: Nachdem die Idee für Maßanzüge per Internet im Raum stand, haben wir uns natürlich den Markt und die Wettbewerber genau angeschaut. Sicherlich gibt es ähnliche Geschäftsmodelle und vor allem im Online-Bereich haben vergleichbare Unternehmen im Ausland sehr gute Erfahrungen gemacht. Unser Ansatz, den Kunden sowohl vordefinierte als auch individuell voll konfigurierbare Produkte anzubieten, ist so allerdings noch nicht zu finden. Auch die Kombination aus Online- und Offline-Vertrieb ist ein Weg, der in dieser Branche bisher von keinem Unternehmen konsequent vorangetrieben wird.

Wie sieht es mit der Finanzierung aus? Fools, family and friends oder auch schon größere Investoren?
Peter: Wir haben am Anfang unser eigenes Geld zusammen geschmissen, ein paar Freunde gefragt und sind jetzt gerade dabei, die ersten externen Investoren ins Boot zu holen, um die Geschäftsentwicklung voranzutreiben.
herrenschmiede
Wo seht ihr die größten Herausforderungen für euer Modell?
Tim S.: Die größte Herausforderung zurzeit ist es, potentiellen Kunden die Bedenken bezüglich der Qualität und Passgenauigkeit unserer Produkte zu nehmen. Wir sind noch keine etablierte Marke der ein gewisses Grundvertrauen entgegen gebracht wird und müssen daher besonders die Kundennähe suchen, um Zweifel ausräumen zu können und mit Qualität zu überzeugen. Es gilt unseren Kunden die Angst zu nehmen, das von uns optimierte System zur Selbstvermessung zu benutzen. Dies versuchen wir, durch unsere Passgarantie und unser bundesweites Netzwerk von Partnerschneiderein zu erreichen.

SEO, SEM, Affiliate Marketing, Kooperationen und Co – Möglichkeiten gibt es viele. Woher kommen eure Kunden?
Tim S.: SEO und SEM sind natürlich sehr wichtig. Für uns momentan allerdings weniger, um zwingendermaßen sofort etwas über die Website zu verkaufen, sondern viel mehr, um auf unser Angebot aufmerksam zu machen. Die meisten Kunden ziehen es vor, sich für den Erstkauf persönlich vermessen zu lassen. Daher bauen wir kontinuierlich unser Partnernetzwerk aus und sind auch selbst im Offline-Bereich aktiv. Gut funktioniert das mit Aktionsständen und Kooperationen im Bereich der relevanten Zielgruppen. Der wiederkehrende Käufer profitiert dann von den Vorteilen des E-Commerce. Seine Maße liegen uns schon vor, sodass er ganz unkompliziert über die Website bestellen kann.

Wo seht ihr Herrenschmiede in zwei Jahren?
Peter: Herrenschmiede wird sich im Markt der Maßbekleidung etabliert haben und besonders eine jüngere Zielgruppe ansprechen, die Wert auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und modische Produkte legt.

Was würdet ihr ohne die Herrenschmiede machen?
Tim S.: Vermutlich in der Film- bzw. Medienbranche arbeiten.
Peter: Irgendwo in der StartUp-Szene Ausschau nach einem eigenen Projekt halten.

Danke für das Interview, welchen Link darf ich euch geben? 😉
Anzüge, Hemden nach Maß – Herrenschmiede

Zur Person:
Peter Waleczek hat nach seinem BWL-Grundstudium an der Universität Mannheim einen Master in Management an der HEC Paris in Frankreich angeschlossen. Bereits während des Studiums sammelte er praktische Erfahrungen bei Tätigkeiten für verschiedene Beratungen sowie bei einem Berliner Start-up. Schon seit Studienbeginn hatte er die Absicht was Eigenes zu starten und erfüllt sich mit Herrenschmiede den lang gehegten Wunsch.
Tim Arvid Selke hat an der Maastricht University in den Niederlanden sowie an der Tecnológico de Monterrey (ITESM) in Guadalajara, Mexiko studiert und dort seinen Bachelor in International Business mit den Schwerpunkten Strategy, Finance und Organization erworben. Bereits während des Studiums sammelte er bei der SMP AG in Düsseldorf und bei Ogilvy Public Relations in Los Angeles Berufserfahrung in der Beratungsbranche und im PR-Sektor. Begeistert von der Idee einer Start-up-Gründung stellte er sein Master-Studium hinten an, zog im November 2008 nach Berlin und ist seitdem für Herrenschmiede tätig. Außerhalb des aktuellen Jobs interessiert er sich vor allem für die Film-, Musik- und Medienbranche.